Frau Bimmermann-Dorn nimmt Abschied von der Waldschule

Nach 20 Jahren als Schulleiterin der Waldschule verabschiedet sich Frau Bimmermann-Dorn Ende Januar in den wohlverdienten Ruhestand. Ohne Kinder in der Schule und ohne große Feier wird es coronabedingt ein ruhiger Abschied.

In 20 Jahren kann man an einer Schule so einiges in Bewegung versetzen: Man kann sonderpädagogische Konzepte entwickeln, diskutieren und anschließend vom Kopf auf die Füße stellen. Ein ganzes Schulgebäude kann neu errichtet werden. Ein Kompetenzzentrum kann eingerichtet und mit Hingabe gepflegt werden – und dann doch ins Fahrwasser politischer Entwicklungen geraten. Familien können engagierte Beratung finden. Schulfeste können gefeiert, Schule entwickelt und kollegiale Verbundenheit gelebt werden. Immer stand für Frau Bimmermann-Dorn das Menschliche im Mittelpunkt. Immer ging es ihr um unsere Schülerinnen und Schüler mit ihren besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten.

Zur Waldschule gekommen ist Frau Bimmermann-Dorn schon früh, im Jahr 1989. Nach einigen Jahren als Klassenlehrerin übernahm sie die Aufgabe einer Fachleiterin für das Fach Evangelische Religionslehre und „Erziehungsschwierigenpädagogik“ am Studienseminar Duisburg: Bis zum Ruhestand hat sich Frau Bimmermann-Dorn noch für ihr Unterrichtsfach leidenschaftlich eingesetzt und hat vor kurzem noch eine Konfirmandengruppe der Waldschule zur Konfirmation begleitet. 1994 folgte ein Wechsel auf die andere Rheinseite nach Xanten an die Schule für Lernbehinderte, die sie als Schulleiterin zum Förderzentrum als Verbund der dortigen Sonderschulen für Erziehungshilfe, Sprachbehinderte und Lernbehinderte – wie es früher hieß – entwickelte. Im Februar 2001 erfolgte dann ihr Wechsel zurück zur Waldschule, für die sie die Schulleitung übernahm.

Ich selbst habe Frau Bimmermann-Dorn im Zuge meiner Lehramtsanwärterschaft an der Waldschule 2001 kennen gelernt. Hier konnte ich am eigenen Leibe erfahren, mit welchem Engagement sie junge Lehramtsanwärter während ihrer Ausbildung zu Lehrkräften begleitete. Ich durfte schon früh erleben, was es heißt, den Rücken von einer einsatzbereiten Schulleiterin gestärkt zu bekommen und bei Problemen tatkräftig unterstützt zu werden. Diesen Einsatz und diese Unterstützung habe ich in den letzten 18 Jahren meiner Berufstätigkeit als Lehrer an der Waldschule immer wieder erleben können, weswegen ich heute mit großer Dankbarkeit auf diese gemeinsame Zeit zurückblicke.

An der Waldschule hat Frau Bimmermann-Dorn also schon von Anbeginn ihrer Tätigkeit als Schulleiterin einiges in Bewegung gesetzt. Das Schulleiterbüro hatte immer eine offene Türe für neue Ideen, für neue Impulse oder für einen hilfreichen Ratschlag, wenn man wieder einmal nicht weiterwusste. Unsere Schulleiterin hatte immer ein offenes Ohr bei Problemen, für Sorgen und Kummer und nahm mitfühlend Anteil an Schicksalsschlägen, die leider auch Teil des Schullebens sein können.

Wichtige Entwicklungen der Waldschule, die von Frau Bimmermann-Dorn maßgeblich mitgestaltet wurden, seien im Folgenden stichpunktartig aufgeführt...

  • Konzeption eines Schulprogramms, das in den Folgejahren immer weiter überarbeitet und ausgebaut wurde
  • Engagierte Ausbildung von Lehramtswärtern und -anwärterinnen, Schulpraktikanten und -praktikantinnen und weitere Personalentwicklung
  • Nutzung Neuer Medien Neubau eines Gebäudes mit 10 Klassenräumen, 4 Fachräumen, neuer Küche und weiteren Räumen
  • Konzept zur Schülermitwirkung
  • Intensive Zusammenarbeit mit Eltern, mit unserem Schulträger, dem Förderverein und weiteren, außerschulischen Partnern
  • Religionsdidaktik und Religionsunterricht
  • Qualitätsentwicklung und Qualitätsanalysen
  • Konzept zur Kollegialen Fallberatung
  • Entwicklung zum Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung und Bewältigung der Herausforderungen zur Inklusion
  • Konzept zur Kompetenzorientierung und Förderplanung

Gemeinsame Höhepunkte im Schulleben waren sicherlich die Projektwochen und Schulfeste. Oder die Aufführungen und Musicals von Schülerinnen und Schülern der Waldschule, wie zuletzt im Jahr 2019 das Musical „Wir heben ab“ mit 400 Zuschauern, das bestimmt vielen in Erinnerung geblieben ist. Auf dieser Homepage finden Sie Links zu einigen wichtigen Stationen unseres Schullebens, die Frau Bimmermann-Dorn initiiert und mit der notwendigen Willensstärke in die Tat umgesetzt hat. 2015 hat sie dafür mit „ihren“ Konfirmanden den Martin-Gauger-Preis gewonnen. Ihr ging es jedoch nie darum, möglichst viele Preise mit der Waldschule einzustreichen. Nein, man kann mit Fug und Recht sagen, dass es ihr immer um ihr Kollegium und ihre Schülerschaft ging.

Ich denke, dass ich nicht nur für mich spreche, sondern dass meine Kolleginnen und Kollegen gleichfalls zum Ausdruck bringen würden, dass man sich auf Frau Bimmermann-Dorn immer verlassen konnte. Wer wollte, konnte bei ihr immer Rat und Tat, Hilfe und Unterstützung erhalten. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihrem Kollegium war ihr mindestens genauso wichtig wie die konstruktive Auseinandersetzung für Dinge, die ihre Schule betrafen. Hier hat sie sich immer leidenschaftlich für die Belange ihres Kollegiums und ihrer Schülerschaft eingesetzt, damit sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln konnten.

Nun bleibt es abzuwarten, wie es an der Waldschule ohne sie weitergehen wird. Auch wenn unser stellvertretender Schulleiter, Herr Nitschke, natürlich zuverlässig alle Leitungsaufgaben weiterführt – Frau Bimmermann-Dorn wird sicherlich eine sehr große Lücke hinterlassen. Sie selbst weiß indes sehr wohl, wie es für sie weitergehen soll: Mit einem neu angeschafften Wohnmobil soll es nun öfter auf Reisen gehen. Wenn man Frau Bimmermann-Dorn auf ihren Ruhestand anspricht und dass sie an der Waldschule fehlen wird, merkt man schnell, dass sie ihren inneren Frieden mit ihrem Abschied von der Waldschule gemacht hat. Mit einem Schmunzeln im Gesicht antwortet sie einem dann: „Ach was, neue Besen kehren gut!“.

Deine Waldschule wünscht Dir alles erdenklich Gute! Und komm uns mal besuchen...